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Architektur ((Baukunst))

Artikel #4128, »Architektur ((Baukunst))«, geschrieben von: Josef Kandl(Red.) (93 %) , Ulrich Fuchs (5 %) et al.

Abbildung: brasilia_natkongress.jpg

Nationalkongress in Brasilia (Architekt: Oscar Niemeyer)

Architektur, die bewusste Gestaltung von Bauwerken unter funktionalen wie auch – in Abgrenzung zum bloßen Bauen – unter ästhet./künstler. Gesichtspunkten, einerseits bezogen auf den Gestaltungsprozess selbst, andererseits auf die geschaffenen Bauten. Architektur als »Baukunst« ist eine Kunstgattung der bildenden Künste; sie beginnt, wenn der baul. Formgebungswille über reine Nützlichkeitserwägungen hinausgeht. Zur Architektur im weiteren Sinne s. Architektur ((Organisation)).

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Architektur schafft vor Naturgewalten geschützten Raum zum Wohnen und Arbeiten für Menschen, elementare Voraussetzung zivilisierten Lebens. Darüber hinaus jedoch sollen Menschen in solchen Räumen sich wohlfühlen, gesund bleiben und ihre Vorstellungen von Zweckmäßigkeit, Zeitgeschmack und Schönheit erfüllt sehen. So haben Architekten seit je bei der Gestaltung von Häusern, Arbeitsstätten, Schulen, Kirchen, Dörfern und Städten neben den rein funktionalen Erfordernissen auch die ästhetischen Wünsche und Bedürfnisse der Menschen zu berücksichtigen. Weltliche wie geistl. Herrsche gaben zu allen Zeiten repräsentative Bauten in Auftrag, Machtarchitektur kommunizierte stets auch den Überlegenheitsanspruch der Bauherren. In Verbindung mit Glaubensüberzeugungen und der Religionsausübung entstanden oft imposante Sakralbauten, Gräber und Totengedenkstätten. Der stete Fortschritt in Wissenschaft und Technik bis hin zur Industrialisierung erforderten und ermöglichten dabei vielfach neue, architektonisch immer wieder kühne, Bauten im jeweiligen Stil der Zeit - in einigen Weltgegenden wurde jedoch gerade die Bewahrung alter Formen durch die Zeiten hindurch prägend für die Architektur.

Die Bezeichnung des Baumeisters im antiken Griechenland ist archi-tekton, der Ur-Schaffende. Die Architektur gilt als wichtiger Katalysator für die Entwicklung der anderen bildenden Künste: Bildhauerei und Malerei treten im Gefolge von Bauten häufig auf, sei es als besondere Gestaltung von Außenflächen durch Friese, Figuren, Reliefs, Kapitelle oder bei der Ausschmückung von Innenräumen durch Stuckarbeiten, Wand- und Deckengestaltungen, Fußböden, durch Gemälde und Mosaiken, durch Kanzeln und Altäre. Skulpturen und Plastiken auf Dächern und Zinnen, in Nischen und Erkern, in Räumen, Höfen und Gärten ergänzten und vervollständigten die baulichen Anlagen.

Die Bundesrepublik Deutschland hat sich der Förderung der bildenden Künste im Zusammenhang mit öffentlichen Bauten über das Programm Kunst am Bau verpflichtet, dem sich auch einzelne Länder und Kommunen angeschlossen haben. Auch private Bauherren folgen z. T. dieser Gepflogenheit.

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