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Bergwerk

Artikel #10173, »Bergwerk«, geschrieben von: Markus Schweiß(Red.) (98 %) et al.

Abbildung: Schachtanlage_mit_Foerderturm.jpg

Ein typisches Bergwerk im Ruhrgebiet mit Förderturm, Hängebank und Maschinenhaus

Bergwerk, gelegentlich Schachtanlage, umgangssprachlich Mine, im Ruhrgebiet auch Zeche oder Pütt, eine Anlage des Bergbaus zur Gewinnung und ersten Aufbereitung von Bodenschätzen. Grob zu unterscheiden sind oberirdische (übertägige) Bergwerke, bei denen die Bodenschätze in einer offenen Grube abgebaut werden und unterirdische (untertägige) Bergewerke, bei denen der Zugang zu den Bodenschätzen durch Schächte, Stollen oder Bohrlöcher erfolgt.

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Ebenso wie der Bergbau selbst gehören Bergwerke zu den ältesten Industriebetrieben der Menschheit, die ersten derartigen Anlagen lassen sich schon in der Steinzeit nachweisen. Bergwerke gehören zu den tiefsten künstlichen Bauwerke; im südafrikanischem Bergbau auf Gold erreichen die Schächte beispielsweise eine Teufe von 3900 Metern.

Kennzeichen

Übertägiges Bergwerk

Übertägige Bergwerke oder Tagebauten sind durch eine weite, offene Grube gekennzeichnet, in welcher der eigentliche Abbau stattfindet. Solche Bergwerke kommen zur Anwendung, wenn sich über der eigentlichen Lagerstätte des Bodenschatzes kein standfestes Gebirge befindet und die Abbautiefe (bergm. Teufe) nicht all zu groß ist. Bei der Erschließung der Lagerstätte wird das Deckgebirge großflächig abgeräumt, nach dem Ende des Abbaus wird die Grube mit dem zuvor angefallenen Abraum wieder verfüllt. Zu den übertägigen Bergwerken gehören auch Sand- und Kiesgruben sowie Steinbrüche.

Untertägiges Bergwerk

Das Kennzeichen eines Untertagebaus ist ein weithin sichtbarer Förderturm über dem meist senkrechten (seigeren) Schacht, über den der an Seilen hängende Förderkorb in die Tiefe gelassen werden kann. Oberirdisch gehören zu einem Bergwerk noch Verwaltungsgebäude, Werkstätten, meist ein Anschluss an die Eisenbahn und die sog. Kaue, dem Sozialgebäude für die im Bergwerk tätigen Bergleute.

Unterirdisch setzt sich ein Bergwerk in Schächten, Blindschächten, Stollen, Querschlägen, Förderstrecken und Abbaustreben fort. Die Anlagen können sich dabei sowohl über größere Tiefen als auch über weite Flächen erstrecken. Die Stockwerke eines Bergwerkes heißen auch Sohlen, es ist üblich die einzelnen Sohlen von oben nach unten zu numerierien. Meist findet der Abbau in standfestem Gebirge statt (insbesonders bei Salzen und Erzen), so dass auf einen Ausbau des Grubengebäudes verzichtet werden kann. Bei Abbau von Steinkohle muss das Deckgebirge dagegen durch einen Ausbau abgestützt werden, da sich die Steinkohlenflöze über weite Flächen erstrecken und das Deckgebirge von Natur aus nicht standfest ist.

Zu unterscheiden ist bei den untertägigen Bergwerken der Stollen- und der Tiefbau. Der Stollenbau ist möglich, wenn die Ableitung des anstehenden Grundwassers und die Wetterführung durch Erbstollen gewährleistet ist. Beim Tiefbau muss das eindringende Grundwasser durch energieintensives Pumpen und die Wetterführung durch künstliches Bewettern erfolgen.

Bohrloch

Abbildung: Tiefpumpe01.jpg

Ein Bohrloch mit aufgesetzter Tiefpumpe

Eine besondere Form des Bergwerks ist das Bohrloch, das vor allem beim Abbau von flüssigen und gasförmigen Brennstoffen zum Einsatz kommt. Übertägig ist nur der Bohrlochkopf mit den Armaturen zu sehen, welche das Eruptionskreuz bilden. Untertägig besteht die Anlage aus dem Bohrloch, das durch ein bergmännisches Bohren bis auf die Lagerstätte herunter gebracht wurde. Das Bohrloch selbst ist mit Rohren gegen das umgebende Gebirge abgedichtet, gegebenenfalls befindet sich über dem Eruptionskreuz noch eine Tiefpumpe, mit der vor allem Rohöl gefördert wird.

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