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Freie Inhalte

Artikel #5569, »Freie Inhalte«, geschrieben von: Ulrich Fuchs (100 %)

Freie Inhalte (engl. Open Content), Publikationen, Medienproduktionen etc., die frei weitergegeben und ggf. auch verändert werden dürfen und sollen. Die Urheber räumen bei F.I. der Öffentlichkeit sehr weitgehende Nutzungsrechte an ihren Werken ein. Durch Lizenzregelungen wird i. d. R. sichergestellt, dass die Urheber genannt und Änderungen an den Publikationen deutlich gekennzeichnet werden; abzugrenzen sind die F.I. daher von der Gemeinfreiheit unterliegenden bzw. sich in der Public Domain befindenden Werken. Unterschiedliche Lizenzierungsmodelle unterscheiden sich insb. im Grad, mit dem sie die Veränderbarkeit und die kommerzielle Nutzung gestatten. Die Begriffsbildung »Freier Inhalt« erfolgte analog zur »Freien Software«, auch liegt in der Idee, dass freie Software freie Dokumentation benötigt, die Keimzelle der Open-Content-Bewegung.

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Eine Wissensgesellschaft definiert sich weniger über das vorhandene Wissen, als über die Leichtigkeit, mit der dieses Wissen zugänglich ist, sowie über die Geschwindigkeit, mit der aufbauend auf vorhandenem neues Wissen entstehen kann. Durch den Bedarf an vorausgehendem Wissen erhält dieses einen Wert, wird zur Ware. Es entsteht ein Spannungsfeld zwischen der Ware Wissen und der gesellschaftlichen Notwendigkeit seiner Verfügbarkeit. Freie Inhalte sind in diesem Sinne Wissen, das seinen Warencharakter negiert. Analog zur Idee der Freien Software dienen Freie Inhalte dazu, einen Gegenpol zur Marktmacht großer kommerzieller Rechteverwerter zu schaffen und den Zugang der Informationsgesellschaft zu Informationen geringschwellig zu halten.

Der Begriff der »Freiheit« oder »Openness« ist dreidimensional: Frei heißt hier: jedermann zugängl. und archivierbar, beliebig verteilbar, beliebig änderbar. Frei zugängl. sind im World Wide Web inzwischen sehr viel Inhalte, frei verteilbar sehr viel weniger, noch weniger dürfen auch in geänderter Form weiterverteilt werden.

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