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Gesundheit

Artikel #3274, »Gesundheit«, geschrieben von: G. Schütte(Red.) (100 %)

Gesundheit, nach einer Definition der WHO (1946) ein Zustand des völligen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens und nicht nur die Abwesenheit von Krankheit oder Gebrechlichkeit. Abhängig von gesellschaftlichen, sozialen, kulturellen und individuellen Voraussetzungen wird G. sehr unterschiedlich definiert.

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Wird G. nur als Abwesenheit von Krankheit definiert, dann gelten alle Individuen als gesund, deren Krankheit nicht bekannt oder nicht sozial akzeptiert ist. Ebenso stark vom sozialen Kontext abhängig ist die Beschreibung von G. als der Fähigkeit "leben, lieben und arbeiten" zu können. Auf einer sehr einfachen Ebene ist G. eine Form der Homöostase, die das innere Mileu des Organismus im Austausch mit seiner Umwelt konstant hält, dadurch Wachstum, Überleben und Fortpflanzung sichert. Bei fühlenden und denkenden Wesen wie dem Menschen ist diese Bestimmung sicher zu einfach. Die Festlegung der WHO wurde oft als zu idealistisch kritisiert, da sie doch schätzungsweise 70 bis 95 % der Weltbevölkerung als nicht gesund klassifiziert. Die WHO Erklärung ist daher eher als Ziel denn als Beschreibung zu verstehen. In der modernen Medizin wird G. oft statistisch interpretiert: Alle quantitativ messbaren Zustände, die z. B. zwischen der 5. und 95. Perzentile liegen, werden als gesund bezeichnet. Auch diese Auffassung hat jedoch ihre Grenzen: Wie beispielsweise bei der Festlegung der Normwerte für das Cholesterin oder das Körpergewicht deutlich wird, existieren auch ungesunde Zustände bei der Mehrheit der Bevölkerung. G. wird oft auch als Euphemismus benutzt: Dies wird deutlich an dem Begriff "Gesundheitsreform", der doch die Reform der Krankenversicherung beschreibt.

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