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Gottesbeweis

Artikel #8440, »Gottesbeweis«, geschrieben von: J. Poseck(Red.) (99 %) et al.

Der Gottesbeweis versucht mit Mitteln der Vernunft, die Existenz Gottes zu beweisen. Die Bezugnahme auf eine Offenbarung ist nicht zulässig, die Annahme der Erkennbarkeit Gottes durch Denken aber Voraussetzung. In den Anfängen diente der Gottesbeweis deshalb lediglich der rationalen Untermauerung einer ganz unangefochtenen allgemeinen Gläubigkeit. Erst in der Neuzeit bekam er wieder apologetischen Sinngehalt gegenüber rationalistischen und materialistischen Weltbildern, die auch ohne Vorhandensein Gottes auskamen.

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Auf Aristoteles ist der sog. kosmologische bzw. kausale Gottesbeweis des letzten Grundes zurückzuführen. Alles endliche Seiende geht auf einen unbewegten Beweger zurück. Nichts geschieht ohne Grund, bei der Zurückverfolgung der Ursachenkette gelangt man zur ersten Ursache, eben dem unbewegten Beweger, Gott.

Der Kirchenlehrer der Scholastik, Anselm von Canterbury, formulierte den ontologischen Gottesbeweis:

Gott ist das, über dem nichts Größeres gedacht werden kann. Und sicherlich kann das, über dem Größeres nicht gedacht werden kann, nicht im Verstande allein sein. Denn wenn es wenigstens allein im Verstande ist, kann gedacht werden, dass es auch in Wirklichkeit da sei, was größer ist. Wenn also das, über dem Größeres nicht gedacht werden kann, allein im Verstande ist, so ist eben das, über dem Größeres nicht gedacht werden kann, etwas, über dem doch ein Größeres gedacht werden kann. Das aber kann gewiss nicht sein.

Der teleologische Gottesbeweis geht von der Zweckbestimmtheit auch der unvernünftigen Natur aus und sieht in Gott den Lenker. So auch bei Thomas von Aquin (Summe der Theologie I,2,3).

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