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Information

Artikel #1301, »Information«, geschrieben von: Ulrich Fuchs(Red.) (99 %) et al.

Information, (lat. informare, formen, unterweisen, informatio, Vorstellung, Begriff), potenziell erkennbare oder tatsächlich erkannte Muster von Materie und/oder Energieformen in Raum und/oder Zeit, die für einen Betrachter innerhalb eines bestimmten Kontextes Bedeutung entwickeln, insb. in der Lage sind, dessen inneren Zustand zu verändern. Wesentlich für die I. ist somit erstens ihre Erkennbarkeit, reduzierbar auf eine Abfolge von Entscheidungen für jeweils einen von zwei mögl. Zuständen (Claude Shannon) und zweitens ihr Wirkeffekt als Resultat der enthaltenen Bestätigung und Erstmaligkeit (Christine und Ernst Ulrich von Weizsäcker).

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Verschiedene Wissenschaften betrachten die Information als ihr Arbeitsgebiet, namentlich die Informatik, die Informationstheorie, die Informationswissenschaft und die Semiotik, doch auch die Physik und die Biologie haben je eine eigene Auffassung über das Wesen der Information. Diese Ansätze unterscheiden sich zum Teil erheblich. Erst in jüngster Zeit gibt es Bestrebungen, die einzelnen Ansätze zu verbinden und zu einem allgemeingültigen Begriff der I. zu kommen, doch von einer vereinheitlichten Theorie der Information kann derzeit noch keineswegs gesprochen werden.

Eine der Hauptschwierigkeiten des Informationsbegriffes liegt darin, dass im allgemeinen Sprachgebrauch sowie in einigen Wissenschaften (Semiotik, Informationswissenschaften) I. mit Bedeutung oder übertragenem Wissen gleichgesetzt wird. Wesentliche Ansätze für unser heutiges Verständnis von Information entstanden aber aus der Nachrichtentechnik, und in den frühen Theorien (insbesondere von Claude Shannon) ist I. von jeglicher Bedeutung gelöst, und auf die reine Unterscheidbarkeit von Zuständen reduziert.

Die zwei Bedeutungsinhalte lassen sich dahingehend interpretieren, dass einmal I. als etwas verstanden wird, das zwingend einen Lesevorgang oder Messakt voraussetzt, um als Differenz zwischen zwei semantischen Ebenen eine Veränderung hervorrufen zu können, dass hingegen im nachrichtentechn. Sinne Information, zumindest für den betrachteten Vorgang, als a priori existent angenommen wird. Welcher ontolog. Status der I. letztlich zuerkannt werden muss, ist offen. Ebenso offen ist, ob Überlegungen fruchten werden, den statist. Informationsbegriff in irgendeiner Weise sinnvoll mit der thermodynam. Entropie zu verknüpfen, oder die I. gar weitere Grundkategorie der Physik – neben Energie/Materie und der Raumzeit – zu etablieren. Markant ist hier etwa Norbert Wieners oft zitierter Ausspruch: Information is information - neither matter nor energy, Carl Friedrich von Weizsäckers Ur-Hypothese spekuliert gar über I. als Grundbaustein des Universums.

Hilfreich erscheint C. F. v. Weizsäckers konzeptionelle Trennung zwischen potentieller und aktueller Information: Die Gegenwart, der Übergang von Zukunft in Vergangenheit ist dadurch gekennzeichnet, dass aus dem, was man wissen könnte, das wird, was man weiß: Aus der Shannon'schen Wahrscheinlichkeit, mit der ein Zeichen vorhanden sein kann, wird die Gewissheit, das das Zeichen vorhanden ist.

Literatur

  • Capurro, R.: Ein Beitrag zur etymologischen und ideengeschichtlichen Begründung des Informationsbegriffs, K. G. Saur Verkag, München 1978, ISBN 3-598-07089-6 (Online-Version)
  • Lyre, H.: Informationstheorie, Wilhelm Fink Verlag, München 2002, ISBN 3-7705-3446-8
  • Weizsäcker, C. F. von.: Aufbau der Physik, Carl Hanser Verlag, München, Wien 1985, ISBN 3-446-14142-1

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