Logo

Kriegsgräber

Artikel #7104, »Kriegsgräber«, geschrieben von: B. Brockhorst(Red.) (96 %) et al.

Abbildung: Kriegsgraeberstaette01.jpg

Kriegsgräber im Gedenken an die Toten des Zweiten Weltkriegs im Teutoburger Wald

Kriegsgräber, Gräber infolge des Ersten und des Zweiten Weltkriegs (1914-1918 sowie 1939-1945), bei denen Menschen aufgrund eines unmittelbaren Zusammenhangs mit Kriegsereignissen zu Tode gekommen sind.

Anzeigen

Grundlage der Definition eines Kriegsgrabs bildet in der Bundesrepublik Deutschland das Gesetz über die Erhaltung der Gräber von Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft - Gräbergesetz. Darin werden neben den im militärischen Einsatz gefallenen Personen auch solche genannt, die während einer Internierung unter deutscher Verwaltung in der Zeit von 1939-1945 , aufgrund nationalsozialistischer Gewaltmaßnahmen, aufgrund von Flucht oder Vertreibung in der Zeit von 1939-1952, aufgrund von Maßnahmen unter dem stalinistischen Regime u.ä. Umständen infolge des Krieges ihr Leben verloren haben. Kriegsgräber im In- wie im Ausland stehen unter einer Art Ewigkeitsgarantie, sie werden ohne Zeitablauf erhalten und gepflegt und sind Mahnmal für heutige und zukünftige Generationen, denen auf diese Weise mitgegeben werden soll, dass Krieg menschliches Leid und eben auch oft unnötig frühen Tod bedeutet.

Die alternative Bezeichnung Soldatenfriedhof greift nach dem voranstehenden daher zu kurz; die Gräber von Kombattanten sind zwar auch Kriegsgräber, aber eben nicht nur solche, sondern auch diese von Personen, die Opfer der Weltkriege in der gemäß § 1 Gräbergesetz bezeichneten Art sind.

Die Kosten für den Erhalt der Kriegsgräber trägt gemäß Art. 120 GG die Bundesrepublik Deutschland. Hierfür stellt das Bundesministerium der Finanzen die Gelder bereit; für die Finanzierung der inländischen Kriegsgräberstätten ist das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend zuständig. Die Mittel werden in Form von Pauschalen in unterschiedlicher Höhe an die Bundesländer verteilt, die diese an die jeweiligen Gemeinden und Friedhofsträger, in deren Obhut und Pflege sich die Kriegsgräber befinden, weitergibt.

Für die deutschen Kriegsgräber im Ausland hat das Auswärtige Amt einen Posten in seinem Haushalt, aus dem es den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. für die Instandhaltung und Pflege der deutschen Kriegsgräber bezahlt. Im Kontext der grenzübergreifenden Gräberpflege hat die Bundesregierung mit zahlreichen Staaten bilaterale Abkommen geschlossen.

Einzelheiten betr. des Betreuens von Kriegsgräbern sowie ihrer Gestaltung und Pflege ergeben sich aus einer Verwaltungsvorschrift, der GräbVwV. U.a. sieht diese vor, dass die auf dem jeweiligen Friedhof angesiedelten Gräber einheitlich gestaltet sind, keine friedenstörenden Symbole (z. B. Hakenkreuz) tragen, mit dauerhafter Schrift Namen + Geburts- sowie Todesdatum ausweisen und mit Pflanzen bestückt sind, die einfach zu pflegen, aber dem Grab würdig sind.

Weblink

http://bundesrecht.juris.de/gr_bg/BJNR005890965.html - Gräbergesetz

Anzeigen