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Leben

Artikel #10349, »Leben«, geschrieben von: Ulrich Fuchs(Red.) (100 %)

Abbildung: schleimpilz_fruchtkoerper.jpg

Fruchtkörper eines Schleimpilzes

Leben, das Phänomen, dass in der Natur viele labile Systeme (sog. Lebewesen) existieren, die durch Aufnahme von Energie aus der Umwelt zumindest für eine begrenzte Zeit in ihrem Inneren komplexe, energie-, stoff- und informationsverarbeitende Prozesse aufrecht erhalten und sich damit der ansonsten wirkenden Entropiezunahme widersetzen können, womit sie in der Lage sind, sich im Ungleichgewicht gegenüber der Umwelt als eigenständige Einheit (Körper) abgrenzen, dennoch auf ihre Umwelt zu reagieren und im Stoffaustausch mit ihr zu stehen, sowie sich selbst zu reproduzieren. Durch zufällige Mutation bei der hierzu stets nötigen Kopie des im Erbgut angelegten Funktionsprinzips eines individuellen Lebewesens kommt es von einer Generation auf die nächste zu graduellen Unterschieden, und in Folge durch das Wirken der Evolution zu einem zu einem großen Formenreichtum von Arten.

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Die Grundfunktionen eines Lebewesens werden durch Stoffwechsel ermöglicht. Autotrophe Organismen nutzen dabei in der Umgebung vorhandene Energie (i. d. R. Sonnenlicht) direkt, um organische Materie (Biomasse) aus anorganischer Materie zu erzeugen. In heterotrophen Organismen werden hingegen solche energiereichen organischen Substanzen zu weniger energiereichen abgebaut. Lediglich Viren im Grenzbereich zwischen lebendem Organismus und toter Materie bedienen sich des Stoffwechsels anderer Lebensformen. Mit der durch den Stoffwechsel erhaltenen Energie werden Substanzen, die den Körper bilden aufgebaut und ersetzt, die Körperfunktionen aufrecht erhalten und die Reproduktion betrieben. Ein aus einem solchen Reproduktionsvorgang hervorgegangenes Lebewesen hat in einer Vielzahl der Fälle nur eine begrenzte Lebenszeit: Mit dem Tod endet individuelles Leben, wenn der Körper die Abgrenzung zur Umwelt nicht mehr aufrecht erhalten kann, weil die Stoffwechselprozesse zusammenbrechen.

Leben ist derzeit nur auf dem Planeten Erde bekannt, wo es vor etwa 3,7 bis 3,8 Milliarden Jahren entstand. Die grundlegenden Mechanismen des Lebens basieren hier auf Kohlenstoffverbindungen als wichtigste Strukturbildnder und Träger der Erbinformation. Dass Leben an anderer Stelle im Universum auf anderer molekularer Basis existiert, ist denkbar, doch ist Kohlenstoff eines der wenigen Atome, mit denen große Makromoleküle gebildet werden können, wie sie das Leben kennzeichnen.

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