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Massenmedien

Artikel #5655, »Massenmedien«, geschrieben von: B. Brockhorst(Red.) (95 %) et al.

Printmedien

Das Buch, das über die Jahrhunderte hinweg als Informations-, Bildungs-, Aufklärungs- und schließlich Unterhaltungsmedium an Bedeutungszuwachs gewonnen hat, gehört zu den ältesten Printmedien. Schon vor Johannes Gutenbergs Erfindung des Buchdrucks mit auswechselbaren Lettern gab es mittels Holzschnitten gedruckte Bücher, deren Inhalte und Verbreitung sich aber im Großen und Ganzen auf den Kirchenbereich beschränkten. Gutenberg revolutionierte mit seiner Erfindung das Buchdruckwesen, die die Zerlegung der Texte in einzelne Bestandteile gestattete, womit eine flexiblere und schnellere Handhabung des Druckvorgangs möglich war. Trotz der heutzutage angebotenen vielfältigen anderen Medienformate hat das Buch an Bedeutung nicht eingebüßt; jährlich werden auf der Frankfurter Buchmesse über 80000 Neuerscheinungen präsentiert.

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Mit der Modernisierung der Technik hat das Buch sich neue Bereiche als Hörbuch - zunächst auf Schallplatte (mit ganz ausgewählten Texten aus der Literatur ab Mitte der 1920er Jahre, ab Mitte der 1950er Jahre zunehmend mit Unterhaltungsliteratur) - erschlossen; mit der Entwicklung der Audio-Kassette (ab den 1960er Jahren) und der Compakt Disk (ab den 1980er Jahren) finden Hörbücher vornehmlich über diese Technik Verbreitung.

Mit dem Book on Demand (engl.: Buch auf Nachfrage) liegt das Buch lediglich als digitalisierte elektronische Fassung vor und wird bei Bestellung gedruckt. Diese Möglichkeit bietet Raum für die Veröffentlichung von Werken, bei denen eine sinnvolle Auflagenhöhe aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten nicht von vornherein kalkulierbar ist.

Tagesaktuelle Nachrichten aber auch Meinungen, die von den Redakteuren als solche (nämlich als "Kommentar" bzw. "Meinung") ausdrücklich gekennzeichnet werden müssen, außerdem Unterhaltungsanteile bieten überregionale wie regionale Zeitungen. Wöchentliche oder monatliche Aufbereitungen verschiedenster Interessenbereiche - von politischen Themen über Hobby-Bereiche bishin zu Sexheften und Pornographie werden (nicht ausschließlich, aber auch) als Zeitschriften angeboten, die - je nach optischer Aufbereitung oder nach eigener Auffassung - sich auch als Illustrierte oder Magazine bezeichnen.

Dass nicht schon vor der Zeit an den einzelnen Verkaufsstellen Tages-, Wochenzeitungen und Zeitschriften abverkauft sind und ein Interessent mit leeren Händen steht, besorgt ein eingespieltes Verlagswesen in Kooperation mit dem Presse-Grosso. Da die Verkaufsstellen das Recht zur Remission (Rückgabe nicht verkaufter Exemplare gegen Gutschrift) haben, ist es die Regel, dass bis zum Tag des Erscheinens der neuen Ausgabe die ältere noch erhältlich ist.

Zu den bis ins Mittelalter zurückreichenden Medien zählt das Flugblatt. In den letzten zwei Jahrhunderten übernahm es zunehmend die Funktion des Aufrufs- und Protestblattes. Billig reproduziert (heutzutage als Kopie) ließ und lässt es sich regional unbegrenzt verbreiten und wurde/wird - bei kriegerischen Auseinandersetzungen - von Flugzeugen abgeworfen als Medium genutzt, um die jeweilige Zivilbevölkerung davon zu überzeugen, dass bestimmte Verhaltensweisen lebensrettend sein könnten. Die moderne Form des unpolitischen Flugblatts, das auf Veranstaltungen hinweist, ist der Flyer, ein etwas aufwändiger produziertes Faltblatt, manchmal bestückt mit einer CD-ROM, die Zusatzinformationen enthält.

In gleicher Weise wie das Flugblatt war das Plakat in den vergangenen Jahrhunderten zunächst hauptsächlich Mittel zur Protestkundgebung. Als das wilde Plakatieren Mitte des 19. Jhdts. überhand nahm, brachte ein Drucker aus Berlin den Behörden einen Vorschlag zu Gehör, der deswegen allgemeinen Anklang fand, weil sich damit das unkontrollierte und an allen erdenklichen Stellen erfolgende Anbringen von Plakaten eindämmen ließ; der Drucker hieß Ernst Litfaß und seine Erfindung war eine Annoncier-Säule, heute verhältnismäßig selten geworden, gleichwohl bekannt als Litfaßsäule.

Zu den Printmedien, die überwiegend Unterhaltungzwecken dienen, manchmal aber auch als zeitkritische Werke gedacht sind, gehört der Comic. 1894 nahm er seinen Anlauf als Funny strip in den Sonntagsbeilagen großer amerikanischer Zeitungen. Seine Anerkennung als Kunstform erfolgte mit der zunehmenden Publikation durch Alben.

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