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Metaphysik

Artikel #4605, »Metaphysik«, geschrieben von: WP: HerbertErwin (47 %), WP: Markus Mueller (47 %), A Bickel(Red.) (0 %)

Metaphysik (lat. metaphysica, von griech. metá „nach, über“ und phýsis Natur, natürliche Beschaffenheit“, d. h. „was nach der Natur kommt“), eine der fundamentalen Disziplinen der Philosophie. Sie behandelt die zentralen Probleme der theoretischen Philosophie in universal angelegten Systementwürfen: die Fundamente (Voraussetzungen, Ursachen oder „ersten Gründe“) und allgemeinsten Strukturen (Gesetzlichkeiten, Prinzipien) sowie den Sinn und Zweck der gesamten Wirklichkeit bzw. allen Seins.

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Konkret bedeutet dies, dass die klassische M. die „letzten Fragen“ behandelt. Warum existiert das Universum und wie ist es entstanden? Gibt es einen Gott und welche Eigenschaften besitzt er? Was ist der Unterschied zwischen Geist und Materie? Besitzt der Mensch eine unsterbliche Seele, verfügt er über einen Freien Willen? Verändert sich alles oder gibt es auch Dinge und Zusammenhänge, die bei allem Wechsel der Erscheinungen immer gleich bleiben?

Das Arbeitsfeld der M. stellen die nicht empirisch untersuchbaren Bereiche der Wirklichkeit dar, d. h. jene, die einer naturwissenschaftl. Untersuchung unzugänglich sind. Eine Aussage ist dann metaphys., wenn etwas Gehalt- oder Bedeutungsvolles über etwas gesagt wird („synthetisch über etwas geurteilt wird“), das prinzipiell jeder (sinnlichen) menschl. Erfahrungsmöglichkeit entzogen ist (vgl. dazu Transzendenz). Zugleich stellt sich die Frage, wie der Mensch trotz seiner begrenzten geistigen Möglichkeiten metaphys. Wahrheiten erkennen kann.

Die frühen metaphys. Entwürfe stellten in ihrem universellen Anspruch auf Letztbegründung die Wurzel aller philosophischen Disziplinen dar. Dabei fordert jedes vollständig ausgearbeitete System einer M. zugleich seine umfassende und ausschließliche Gültigkeit.

M. scheint auf natürl. Weise im Menschen angelegt zu sein. Immanuel Kant hat sie als „unhintertreibliches Bedürfnis“ bezeichnet, Arthur Schopenhauer definierte den Menschen sogar als „animal metaphysicum“, also als ein „metaphysiktreibendes Lebewesen“.

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