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Religion

Artikel #4578, »Religion«, geschrieben von: Gabriele von Horn (67 %) , Ulrich Fuchs (21 %) , K. Bleuer (10 %) , Josef Kandl(Red.) (0 %)

Religion (lat. religio, bindende und hindernde Macht, Scheu, Gottesfurcht), der von mehreren Personen geteilte Glaube daran, dass bestimmte, meist personifizierte überirdische Mächte Ereignisse lenken bzw. in das Leben der Menschen eingreifen. Menschen bekennen sich in einer R. zur Transzendenz, zum Göttlichen in Form einer einzelnen (Monotheismus) oder mehreren Gottheiten (Polytheismus), zur Existenz von Dämonen etc. Eine Religion manifestiert sich in einem relativ kohärentem System von den der Welterklärung dienenden Überzeugungen und daraus abgeleiteten Symbolen, Glaubensbekenntnissen und Praktiken (Kulten), die über eine größere Anzahl von Generationen im wesentlichen unverändert weitergegeben werden, auf einen langen Zeitraum gesehen aber doch einem Bedeutungswandel unterliegen.

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Religio hieß in der röm. Antike zunächst, dass man seine Pflichten gegenüber den Göttern (Opfer u. a.) genauestens zu erfüllen habe. Der christl. Kirchenschreiber Lactantius veränderte die Bedeutung des Begriffes im christlichen Sinne: Für ihn war die Religion die innere Verbindung mit dem christlichen Gott.

Man unterscheidet zwischen Hochreligionen und Naturreligionen:

  • Hochreligion (Kulturreligion): R. einer Hochkultur; im engeren Sinne die Bezeichnung für eine Weltreligion.
  • Naturreligion (Stammesreligion): R., die sich im Allgemeinen auf eine kleine Anhängerschaft beschränkt (Afrika, Asien, Südamerika). Bezeichnend für eine N. sind ein meist gemeinsames Siedlungsgebiet, gemeinsames Brauchtum, eine gemeinsame Kultur und Sprache.

Um gedanklichen Diskriminierungen gegenüber Stammesreligionen vorzubeugen, haben sich heute die Bezeichnungen tradierte Religionen und ethnische Religionen durchgesetzt.

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