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Descartes, René

Artikel #8177, »Descartes, René«, geschrieben von: A Bickel(Red.) (100 %)

Descartes, René (* 31. März 1596 in La Haye/Touraine; † 11. Feb. 1650 in Stockholm; latinis. Renatus Cartesius), französ. Philosoph, Naturwissenschaftler und Mathematiker; einer der ersten konsequenten Gegner des scholastischen Aristotelismus, er wird auch als der wesentliche Begründer des Rationalismus in der neuzeitl. Philosophie angesehen.

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Abbildung: Descartes_Hals_Fr.jpg

Frans Hals: Porträt des René Descartes, ca. 1649

Descartes’ Leben bewegte sich auf konventionellen, anspruchslosen Wegen. Er nahm den normalen Entwicklungsgang eines damaligen Adeligen: er besuchte die Jesuitenschule, wurde Jurist, tat Kriegsdienste im Ausland, und verbrachte die letzten 20 Jahre seines Lebens weitgehend abgeschieden und mit der Gelehrtenwelt nur durch umfangreiche Korrespondenz verbunden. Ganz anders aber die ungeheure kulturgeschichtliche Wirkung, die er hervorrief.

Er versuchte, die induktive Methode der Mathematik auf die Philosophie zu übertragen und begann damit, systematisch jegliches Wissen anzuzweifeln, das von Autoritäten, den Sinneseindrücken oder dem Denken stammt; Sicherheit fand er letztlich nur in der Einsicht, dass er existieren müsse, wenn er zweifle (dubito ergo sum). Von hier kam er zu dem berühmten Satz cogito ergo sum, der zum Ausgangspunkt seines ganzen rationalen Gedankengebäudes werden sollte. Er entwickelte ein dualistisches System, in dem er zwischen Materie und Geist scharf unterschied: das Wesen (»Essenz«) der Materie ist die Ausdehnung im Raum, die Essenz des Geistes ist das Denken. Während seine Metaphysik von der Intuition, der induktiven Ableitung aus angeborenen Ideen, ausgeht, ist seine Naturwissenschaft grundsätzlich empirisch-deduktiv und mechanistisch. Er entwickelte eine Vortextheorie (sie sollte die Bewegungen der Himmelskörper erklären), die für Generationen von Naturwissenschaftlern große Bedeutung haben sollte – obwohl sie heute völlig vergessen ist. Er entdeckte das Gesetz der Lichtbrechung und – dies wohl seine bedeutendeste Leistung als Mathematiker – begründete die Analytische Geometrie.

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