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Theologie

Artikel #8107, »Theologie«, geschrieben von: J. Poseck (99 %) , Gabriele von Horn(Red.) (0 %) et al.

Kirchenväter

Zentrales Thema der christlichen Lehre ist die Frage nach der Natur Christi (Christologie) und der Stellung von Gott Vater, Sohn und Heiligem Geist untereinander. Je nach kulturellem Hintergrund der Gemeinden entwickelten die Schriftsteller unterschiedliche Erklärungen. Das Wirken Gottes durch den Heiligen Geist war nach antiken Vorstellungen noch vorstellbar. Das Wesen Christi und davon abhängig seine Stellung im Trias war jedoch schwierig, weil Gott ewig ist, also nicht Sohn sein kann, es sei denn, er sei privilegierter Mensch. Ein zwingender Text aus den Schriften ist nicht vorhanden. Grundsätzlich gilt, dass die Evangelien eine Heilsbotschaft sind und keine theologische Abhandlung. Die seit Tertullian vertretene und heute herrschende Dreieinigkeitslehre ist wegen ihrer geringen Anschaulichkeit unbequem. Der alexandrinische Presbyter Arius (um 260 bis 336) vereinfachte und erklärte Christus als vornehmstes Geschöpf Gottes. Er fand viele Anhänger und geriet in Streit mit seinem Bischof Alexander von Alexandria. Trotz Verbannung trat keine Ruhe ein. Auch nach dem von Kaiser Konstantin einberufenen Konzil von Nikaia (325) in dem der Arianismus als Häresie verurteilt wurde, gaben die Arianer nicht auf. Deutlich zeichneten sich zwei Lager ab, die lateinischen Trinitarier und die griechischen Arianer.Mit dem ersten Konzil von Konstantinopel (381), von Kaiser Theodosius einberufen, wurde eine sich abzeichnende Kirchenspaltung noch einmal vermieden.

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Eine der herausragendsten und letzten Gestalten der Patristik war der Kirchenvater Augustinus von Hippo (354-430). In der antiken Philosophie gebildet, hinterließ der Neuplatoniker ein umfangreiches Werk, das bis heute zu den Grundlagen katholischer Fundamentaltheologie gehört. Seine Gedanken zur Gnadenlehre und Praedestination haben den Ordensbruder Martin Luther nicht unwesentlich beeinflusst.

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